Kirche Grüsch
Der einsame Kirchturm
Bis Ende 1719 bildeten Kirche, Turm und Friedhof eine Einheit. Erste urkundliche Erwähnung der Kirche 1495. Aus dieser Zeit stammt der heutige Turm, an dessen Nordseite die ursprüngliche Kirche angebaut war.
1720 wurde eine neue Kirche gebaut, grösser, standesgemässer und vor der ständigen Hochwassergefahr des Taschinasbaches geschützt auf dem Landstück, das die adeligen Brüder Hercules und Ulysses von Salis für den Kirchenneubau erworben und der Gemeinde spendiert hatten.
Der alte Kirchturm (von 1495) blieb bestehen, die «neue» Kirche (von 1720) wurde etwas weiter oben am Hang errichtet. Seither sind Kirche und Kirchturm getrennt, dazwischen eingeklemmt liegt die (heute vielbefahrene) Strasse nach Fanas.
Bedeutende Besonderheiten:
Kanzelkorb und Schalldeckel von 1679 sind reichgeschnitzt und stammen noch aus der alten Kirche. Der Schalldeckel wurde anlässlich der Renovation von 1952 entfernt. Er war jahrzehntelang neben einem Holzschopf liegend der Witterung ausgesetzt, kam dann in einen Orgelnebenraum, wurde 2019 von Christian Stoffel (Buchen) restauriert und teilweise rekonstruiert und anschliessend wieder über der Kanzel angebracht.
Der hölzerne Tauf- oder Abendmahlstisch war ein Geschenk von Christian Wilhelm aus Schiers anlässlich der Kirchenrenovation von 1952. An den Seitenwänden des polygonalen Körpers finden sich geschnitzte Christussymbole.
Die ehemalige Orgel (1717/18) wurde von Matthäus Abbrederis (Vorarlberg) erbaut und 1952 durch die heutige Orgel der Firma Metzler/ Dietikon ersetzt. Sie besitzt 14 Register, 2 Manuale und Pedal.
Die drei Glocken (d’ – f’ – g’) hat 1932 die Fa. Rüetschi in Aarau gegossen. Seit 1964 werden sie elektrisch angetrieben und gesteuert. Seit 2023 können sie auch über einen Funksender von der Kirche aus bedient werden.
Kirche und Kirchturm sind Eigentum der Kirchgemeinde und stehen unter Denkmalschutz.
Fanaserstrasse 8
7214 Grüsch